Jamaican Jerk Pork zum 60sten

Am letzten Wochenende zog es mich zurück in die Heimat, nach Düsseldorf. Anlässlich des 60sten Geburtstags meines Vaters sollten rund 45 Mäuler gestopft werden. Trotz angekündigtem Regen, dunklem Himmel und vorangegangen Tagen, die nichts als Regen versprochen haben, haben wir uns dazu entschlossen die Feier im Garten zu verichten. Unser Mut wurde belohnt und in all den schönen Stunden tröpfelte es nur zwei oder drei mal ein paar winzige Regenperlen vom Himmel.

Zusammen mit meiner Mutter und meiner Freundin stellten wir ein kompetentes Küchenteam, welches sich mehr oder weniger den kompletten Samstag mit den Vorbereitungen beschäftigte. Während meine Mutter sich um die Salate kümmerte, rührten meine bessere Hälfte und ich Marinaden an, stellten Dips her und bereiteten das Fleisch vor.

Auf der Agenda standen:

  • mehrere Salate
  • drei verschieden Buttervariationen
  • Datteln im Speckmantel
  • selbst marinierte Nacken-Steaks
  • Sate Spieße mit Erdnuss Dip
  • selbst marinierte Steaks
  • Thüringer & Krakauer Würstchen
  • viele Dinge die ich schon wieder vergessen habe
und eben das Jamaican Jerk Pork von dem ich Euch heute berichten möchte. Mein persönliches kulinarisches Highlight der Veranstaltung. Leider habe ich in der ganzen Hektik vergessen das Ganze auch noch fotographisch zu dokumentieren und es sind nur wenige, teils unbrauchbare Bilder zusammengekommen. Wenn man für 45 Leute gleichzeitig grillt ist das aber auch garnicht so leicht zwischendurch noch ordentlich zu knipsen. Vom fertigen Produkt habe ich leider nur noch diesen Schnappschuss der Reste und dem vom elektrischen Messer misshandelten Brett (Ich hatte mein großes Messer gerade nicht gefunden) erhaschen können. Da lag das Fleisch schon gute 10 Minuten.
Aber auch zu diesem Zeitpunkt war es noch relativ zart und saftig. Der Geschmack der Marinade knallt alles weg. Diese leichte Kruste ist der absolute Oberkracher.
Der Tag war ziemlich stressig und ich bin Abends nach 2,5stündiger Heimfahrt einfach nur halbtot ins Bett gefallen und direkt eingeschlafen. Aber Spass hats gemacht und für das positive Feedback der Gäste hat sich letztendlich auch jede einzelne Schweißperle mehr als nur gelohnt. Alle hatten eine gute Zeit und sind kugelrund nach Hause getorkelt gegangen. Das ist doch die Hauptsache.

Zutaten (nach einem Rezept von Steven Raichlen):

  • 3kg Schweinnacken
  • 6 scharfe Chilis (wer mag nimmt mehr, wer nicht nimmt weniger)
  • 2 Bund Frühlingszwiebeln
  • 4 Knoblauchzehen
  • 1 kleine Zwiebel
  • 1 Bund Koriander
  • 1 Bund Petersilie
  • 1 Stück Ingwer (ca. daumengroß)
  • 1 EL getr. Thymian
  • 1 EL getr. Majoran
  • 2 EL gestoßener Piment
  • 1/2 TL schwarzer Pfeffer, gemahlen
  • 1/2 TL gerieben Muskatnuss
  • 1/4 TL Zimtpulver
  • 3 EL Limettensaft, frisch gepresst
  • 3 EL Sojasauce
  • 3 EL Rum
  • 3 EL Pflanzenöl
  • 2 EL Meersalz
  • 2 EL Weißweinessig
  • 2 EL brauner Zucker

Zubereitung:

#1: Das Nackenstück von überflüssigem Fett und Sehnen befreien. In der Mitte per Schmetterlingsschnitt nicht komplett teilen und auseinander klappen, sodass man nun ein doppelt so großes Stück vor sich hat. Nun noch ein paar nicht zu tief Schnitte machen und mit der Messerspitze viele kleine Löcher in das Fleisch pieksen, damit die Marinande eine Chance hat in das Fleisch einzudringen.

#2: Alle Zutaten entweder sehr fein hacken, oder – wie in meinem Fall – in einen Foodprocessor bzw Mixer geben und zu einer dickflüssigen Marinade verarbeiten.

#3: Die Marinade auf beide Seiten des Fleisches auftragen und mit den Finger gut einmassieren. Dabei gegen die gerade-aufgestanden-Frisur per Photoshop einen lustigen Hut aufsetzen. Danach das Fleisch in Frischhaltefolie einwickeln und am besten über Nacht ziehen lassen. Die vollgekleckerten Hände waschen oder alternativ damit die Freundin ein bisschen ärgern 😉

#4: Das Fleisch auf dem Grill von jeder Seite direkt über der Kohle scharf angrillen. Danach in den indirekten Bereich des Grills verlagern und den Deckel schließen. Wer mag kann hier noch mit Holz-Chips seiner wahl und Piment ein bisschen räuchern.

#5: Bei ca. 120° Garraumtemperatur das Fleisch bis ungefähr 80° garen lassen. Das dauert je nach dem wie dick man es zuvor aufgeschnitten hat ca. zwei Stunden. Danach runter nehmen und noch eine Weile in Alu Folie ruhen lassen. Dünn aufschneiden und sofort servieren.

5 Kommentare

    • Jens sagt:

      Und wie! Ich war kurz davor das Teil vor den Gästen zu verstecken und die 3kg alleine zu gegessen.

      Dumm nur, dass man diesen unheimlich geilen Duft von dem Ding im Umkreis von 100m riechen konnte. Somit wäre ich viel zu leicht zu orten gewesen 😉

  • nist sagt:

    Für wieviele Personen war die Menge der Zutaten denn ausgelegt?
    Ich würde das Rezept gerne zu Weihnachten ausprobieren und zwar für 6 Personen.

    lg nist

    • Jens sagt:

      Hi Nist,

      das kommt ein bisschen darauf an was du noch an Beilagen hast und wieviel Fleisch jede Person verträgt. Ich würde mit maximal 300g Fleisch pro Person rechnen. Ein 2kg Stück Nacken würde für 6 Leute also locker reichen. Kannst aber auch die angegebenen 3kg machen. Wenn du das Fleisch dann am Folgetag dünn aufschneidest schmeckt es nämlich auch noch wunderbar. (zB auf dem Brot)

      Gruß
      Jens

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