Ein Foodtrip nach Rom

Letzte Woche habe ich drei wundervolle Tage mit meiner Frau in Rom verbracht. Nicht nur ist Rom eine wunderschöne Stadt, die mit ihren alten Gebäuden und Wahrzeichen schon alleine die Reise wert wäre. In Rom kann man aber auch besonders gut essen. In den letzten Jahren haben wir uns bewusst Reiseziele ausgesucht, die auch kulinarisch etwas zu bieten haben und so war es auch diesmal. Natürlich konnten wir in den drei Tagen nicht all das erkunden und probieren, was wir uns eigentlich gewünscht hätten, dennoch haben wir uns einen guten Überblick über die kulinarischen Highlights verschaffen können.

Der erste Abend

Angekommen in unserem Hotel im Stadtteil Monti sind wir am ersten Tag erst so gegen 17:30 Uhr. Nach dem Checkin, haben wir kurz unser wirklich schönes Zimmer im Herzen von Rom inspiziert und sind dann auf Empfehlung des Portiers auf das Dach des Hotels hochgefahren. Von hier hatte man einen wunderschönen Blick über die Stadt.

Rom Aussicht Hotel

Um uns auf unsere Reise und den bevorstehenden Abend einzustimmen, landeten wir nach einem kleinen Spaziergang durch unser Viertel im Black Market. Hierbei handelt es sich um eine Art Kunstgallerie, die zeitgleich aber auch eine Bar ist. Die Einrichtung ist wunderbar kitschig, die Wände hängen voll mit Plakaten und überall stehen Dinge herum die andere Leute wohl als „Nippes“ bezeichnen würden. Da es sich aber tatsächlich um eine Galerie handelt, bekommen wir am Eingang zuerst einen Mitgliedsausweis, bevor wir es uns im Inneren auf den gemütlichen Polstermöbeln mit charmanter Sperrmüll Optik gemütlich machen. Die Atmosphäre ist wirklich top, die Bedienung sehr nett und die Drinks sehr sehr lecker. Wer in Rom ist sollte hier auf jeden Fall vorbei schauen!

Rom Black Market Rom Black Market

Danach stranden wir in der kleinen Hosteria La Vacca M’Briaca. Wir bestellen fritierte Zucchiniblüten gefüllt mit Käse und Anchovis sowie etwas Bruschetta zur Vorspeise. Danach folgt eines DER Pasta Gerichte in Rom: Pasta Cacio et Pepe. Also Nudeln mit Peccorino Käse, etwas Nudelwasser und frischem schwarzen Pfeffer. Dazu noch Penne mit einem Tomaten-Ochsenschwanz Ragout. Alles war durchaus lecker. Sollte allerdings nicht zum Highlight der Reise werden. Im späteren Verlauf der Reise waren wir zum Beispiel noch im Sciué Sciué essen, wo uns die Pasta noch einen Tick besser geschmeckt hat.

Rom La Vacca Cacio et Pepe Rom La Vacca Oxtail

Foodtour durch Trastevere

Am nächsten morgen verzichten wir auf das Frühstück im Hotel. Denn bereits um 10:45 beginnt unsere Foodtour durch das angesagte, noch ursprüngliche Viertel Trastevere. Laut Google Maps braucht man rund 25 Minuten von unserem Hotel zu Fuß dort hin. Wohlwissend, dass wir an der ein oder anderen Sehenswürdigkeit vorbei kommen, gehen wir allerdings schon viel früher los. Wie zuvor erwartet brauchen wir etwas über eine Stunde für den Weg, da wir gefühlt alle drei Minuten anhalten und die teilweise noch sehr gut erhaltenen Bauwerke des römischen Reiches bestauenen.

Am vereinbarten Treffpunkt angekommen erwartet uns bereits unser Guide Rogelio. Der gebürtige Mexikaner lebt seit über 10 Jahren in Rom und wird uns an diesem Tag durch den Stadtteil Trastevere zu der ein oder anderen Verköstigung führen. Den Anfang machen wir in einem traditionellen Süßwarengeschäft. Laut Rogelio das 1986 eröffnete und somit jüngste Geschäft auf unserer Tour. Alle weiteren Familien-geführten Geschäfte die wir besuchen werden gehen alle samt noch weiter in der Geschichte zurück. Hier gibt es allerlei süße Leckereien. Wir probieren eine Art Windbeutel mit cremiger Vanille Pudding Creme. Ein toller Start.

Danach gibt es Suppli. Die römische Variante der Arancini. In unserer Variante mit Reis, Mozzarella und geschmortem Fleisch, welches zu einer Krokette geformt und dann frittiert wird. Es folgt der Besuch in einem traditionellen Käsegeschäft und einer alten Metzgerei. Eröffnet in 1900 und in immernoch in Familienbesitz. Rogelio stellt uns jedes mal alle Mitarbeiter vor und erzählt ein bisschen was zur Geschichte der Läden und von den Menschen, die darin arbeiten.

Im Käsegeschäft probieren wir 48 Monate gereiften Parmesan und Peccorino. In der Norcineria (Metzgerei, welche lediglich Schweinefleisch verkauft) gibt es Antipasti und traumhaft gute dünn und frisch aufgeschnitte Porchetta-Scheiben auf Pizza Bianca. Zwischendurch füllt sich der Laden mit lauten römischen Kunden, welche laut Rogelio an mehreren Tagen in der Woche frisch einkaufen. So können wir mitten im Getummel den Alltag miterleben.

Hindurch durch schmale romantische Gassen geht es nun zum Markt. Hier wird allerlei frisches Gemüse und Früchte angeboten. Aber auch Fisch, Käse, Fleisch bzw Wurst und Blumen gibt es hier zu kaufen.

Auf dem Markt probieren wir verschieden Früchte und italienische Schinkenspezialitäten. Nachdem es bei den letzten Stationen eher herzhaft zugegangen ist, widmen wir uns nun wieder dem Süßen und kehren bei Fatamorgana ein. Der wohl besten Eisdiele in Rom. Zum Glück gibt es davon gleich mehrere Filialen. Gelato, wie das cremige Eis in Italien heißt, gibt es in Rom tatsächlich an jeder Straßenecke. Aber nur selten ist es so gut wie in diesem Laden, da hier besonders auf die verwendeten Produkte geachtet und keine chemischen Zusätze verwendet werden. Neben den Klassikern, die alle genau nach dem schmecken, was auf dem Schild steht gibt es auch etliche ausgefallen Sorten. Die Frau wählt z.B. Möhrenkuchen-Eis und Pistaccio, ich entscheide mich für eine Kugel Lakritz-Fenchel-Honig und dunkle Schokolade.

Unsere Mittagspause verbringen wir in einer kleinen Trattoria. Es gibt wieder Pasta Cacio et Pepe, Pasta in Tomaten Sugo und soviel Rotwein wie man in ca. einer Stunde trinken kann. Als Dessert noch ein kleines Tiramisu bevor uns Rogelio zu unserem letzten Stop, einem kleinen familiengeführten Keks-Geschäft aus 1929 führt. Hier gibt es nur Kekse und Kleingebäck, gebacken in einem 16 Meter langem Ofen aus den 60ern. Wir verkosten einige Kekse und verabschieden uns dann von unserer Gruppe, um noch ein wenig Sightseeing auf eigene Faust zu betreiben. Zugegeben, die gesamte Tour ist mit rund 80€ nicht ganz billig, lohnt sich aber auf jeden Fall. Nicht nur bekommt man mehr zu essen, als man eigentlich vertragen kann, man erfährt aber auch wahnsinnig viel über die Stadt und findet sich in wirklich tollen einheimischen Läden wieder, in die man sonst nie gefunden hätte. Wirklich alles was wir auf der Tour probiert haben war von hoher Qualität und äußerst köstlich. Wenn ihr mal in Rom seid, macht also auf jeden Fall diese Tour mit.

Pizza in Rom

Die Pizza in Rom ist so, wie man sie auch in Deutschland meist in einer guten Pizzeria bekommt. Dünn, knusprig und im Holzofen gebacken. Am Abend des zweiten Tages, waren wir dann in einer der unzähligen Pizzerien ein paar Gehminuten von unserem Hotel entfernt. Nach der umfassenden Food Tour waren wir einfach nicht mehr dazu in der Lage uns noch großartig fortzubewegen. Ich machs kurz: Die Pizza war gut, aber letztendlich nichts besonderes. Genau so hätte ich sie auch in Deutschland in einer guten Pizzeria serviert bekommen.

Neben der klassischen Pizza ist Rom aber auch für seine Pizza Bianca bekannt. Im Prinzip ist das ein etwas dicker gebackener Pizzateig der nach dem Backen noch mit Olivenöl eingepinselt wird. Die Pizza Bianca wird dann entweder aufgeschnitten und innen belegt oder der Belag kommt oben drauf.

Ersteres haben wir am dritten Tag der Reise bei Roscioli, einer der besten Bäckereien in Rom, gegessen. Die Pizza Bianca wurde belegt mit geräuchertem Mozzarella, Proscuitto und Rucola. Ein Gedicht!

Mein absolutes Highlight war aber der Besuch bei Bonci. Der Laden liegt in der Nähe des Vaticans, etwas außerhalb von touristischen Pfaden in einem Wohnviertel. Auch hier gibt es wieder Pizza Bianca. Der Belag liegt aber in den meisten Fällen oben auf. In der Auslage liegen ca. 15-20 verschiedene Sorten. Jeweils ein großes Blech voll. Man wählt dann aus wieviel man von welcher Pizza haben möchte, das gewählt Stück wird abgeschnitten und gewogen. Wir entscheiden uns für Kartoffel-Ricotta-Salami, Spinat-Mozzarella-Champignon und Pizza Bianca mit Mortadella. Die Stücke werden dann noch einmal im Ofen kurz warmgemacht und in kleine Portionen geschnitten, sodass man es besser essen kann.

Geschmacklich war das für mich auf jeden Fall mit das Beste – wenn nicht sogar das Beste – was wir in Rom gegessen haben. Fluffig-krosser, aromatischer Teig mit hochwertigen und gut ausgesuchten Belägen. Ein wahrer Traum! Einen solchen Laden sollte es bitte auch hier irgendwo in meiner Nähe geben.

Wer jetzt immer noch nicht genug von Pizza in Rom hat, kann sich vielleicht noch schnell diese Episode der Pizzashow ansehen. Roscioli und Bonci sind auch dabei. 😉

Generelles zum Sightseeing in Rom

Was ihr euch in Rom an Sehenswürdigkeiten angucken könnt und solltet, entnehmt ihr besser anderen Guides. Bei uns stand der kulinarische Genuss im Mittelpunkt. Trotz der Tatsache, dass wir Rom im Februar, außerhalb der Ferienzeit und in einer für Italien eher kalten Jahreszeit, besucht haben, war die Stadt vor Allem an den touristischen Hot Spots schon sehr voll. Kaum auszumalen wie es an Ostern, in den Ferien oder generell im Sommer sein muss. Die Sehenswürdigkeiten sind zwar wirklich eindrucksvoll und schön (linkes Bild). Die Schönheit müsst ihr aber mit ganz vielen anderen Menschen teilen (rechtes Bild). Haltet euch also nach Möglichkeit von den Hauptreisezeiten fern.

In Rom haben wir wirklich bis auf eine Ausnahme, wo wir mit der Metro gefahren sind, alles zu Fuß erlebt. Das kann ich euch auch nur ans Herz legen. Bewegt euch auch gerne mal abseits der Touristenpfade und Hauptstraßen. Die vielen kleinen schönen Gassen und die Geschäfte, die ihr dann findet, sind den ein oder anderen Umweg wirklich wert.

 

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