Chiang Mai – Sunday Night Market

Unsere Reise beginnt. Um 6:00 Uhr morgens klingelt der Wecker und wir stehen mit noch sehr müden Augen und der Gewissheit, dass eine 24 stündige Reise vor uns liegt, auf. Die letzten Sachen werden im Koffer verstaut und um 7:30 Uhr klingelt es auch schon an der Tür. Glücklicherweise haben uns unsere Freunde angeboten uns nach Frankfurt zum Flughafen zu fahren. Mit der Bahn hätte sich sonst die Reisezeit nochmals um ein bis zwei Stunden verlängert.

Gegen 8:45 Uhr kommen wir am Flughafen an, verabschieden uns und machen uns auf den Weg zum Check-In. Zu unserem Glück ergattern wir noch zwei Plätze am Notausstieg. Nicht etwa um bei einer möglichen Katastrophe der erste zu sein, der sich von Board retten kann, sondern die Aussicht für die nächsten sechs Stunden über etwas mehr Beinfreiheit zu verfügen, zauberten ein Lächeln in mein Gesicht. Immerhin besteht mein 1,91m großer Körper gefühlt aus zu 50% Beinen.

Nach einem 2,5 stündigen Aufenthalt in Dubai reisten wir dann weitere sechs Stunden nach Bangkok und von dort nach zwei stündiger Pause weiter nach Chiang Mai. So kamen einem die Flüge nicht ewig vor und man hatte zwischendrin immer mal wieder etwas zu tun und konnte sich ein bisschen die Beine vertreten, verlängerte die Gesamt-Reisezeit aber natürlich um ein paar Stunden. Nach relativ genau 24 Stunden kommen wir dann endlich in Chiang Mai gegen 12:00 Uhr Ortszeit an.

U Chiang Mai Hotel

Unser Hotel ist das U Chiang Mai. Es liegt mitten in der Altstadt. Der Eingang ist ein wenig unauffällig, aber was sich dahinter verbirgt ist wunderschön und mit viel Liebe zum Detail eingerichtet. Die Zimmer sind gemütlich mit einem schönen großen Bett und einem geräumigen, mit einer riesigen Dusche ausgestatteten, Bad.

U Chiang Mai Hotel

Der begrünte Innenhof lädt zum Verweilen ein. Am kleinen aber feinen Pool gibt es einige Liegen und bis ca. 15:00 auch ausreichend Sonne um sich ein wenig zu bräunen. Zwischen Mangobäumen und Palmen liegt es sich ganz ausgezeichnet und vom Lärm der angrenzenden Straße bekommt man durch das leichte Plätschern des Pools und dezente Hintergrund Musik rein gar nichts mit. Wirklich sehr erholsam. Eine kleine Oase inmitten der doch recht trubelvollen Stadt.

Nach unserer Ankunft nutzen wir das Zimmer direkt aus und hauen uns für ein paar Stunden aufs Ohr. Im Flugzeug habe ich nur hier und da mal für ein paar Minuten schlafen können und so nimmt sich mein Körper sofort was er braucht, als ich mich kurz aufs Bett lege um die Beschaffenheit der Matratze zu testen.

Chiang Mai Sunday Night Market

Mit ein bisschen Schlaf haben wir uns zwar noch nicht komplett erholt, aber stehen trotzdem in freudiger Erwartung gegen 17:00 Uhr auf. Direkt vor unserer Tür findet nämlich der berühmte Chiang Mai Night Market statt. Hier finden sich auf der Hauptstraße und einer Querstraße unendlich viele kleine Stände mit Essen, Schmuck, Klamotten, Kunstgegenstände und allerlei Krims Krams. Das Ganze scheint schier kein Ende zu nehmen. Rund drei bis vier Stunden drängen wir uns mit zunehmender Uhrzeit immer dichter werdenden Menschenmasse.

Chiang Mai Sunday Night Market Chiang Mai Sunday Night Market

Unser Hauptaugenmerk war natürlich das Streetfood. Nichts desto trotz viel uns direkt vor unserem Hotel ein kleiner Stand mit wunderschönem Geschirr auf. Ich konnte nicht anders und habe zwölf große, vier mittlere und vier kleine Schalen und direkt drei Stände weiter noch passende Essstäbchen gekauft. Jetzt verbringen wir die nächsten Tage damit darüber nachzudenken wie wir die im Koffer und Handgepäck unter bringen.

Chiang Mai Night Market Schalen

Wir machen eine kleine Anzahlung und verabreden eine Lieferung zum Hotel für den nächsten morgen. Dann endlich widmen wir uns dem Essen. Unser erstes Opfer ist ein kleiner Stand der allerlei Gebratenes und Frittiertes anbietet. Wir wählen die Frühlingsrollen und zwei verschiedene Thai Würste. Alles ziemlich fettig aber auch sehr lecker.

Chiang Mai Night Market Würste

Danach müssen frischer Papaya Salat mit ordentlich Chili und getrockneten Shrimps dran glauben. Auf Nachfrage ob, der Salat scharf sei, bekamen wir nur ein freundliches Lächeln und „not spicey“ als Antwort, was sich aber als eine brutale Lüge herausgestellt hat.

Chiang Mai Night Market Papaya Salat

Es folgen Samosas (kleine mit Kartoffeln gefüllte Teigtaschen), bevor wir uns langsam aber sicher dem Dessert zu wenden. Thailand ist nicht gerade bekannt für seine tolle Desserts. Für den deutschen Gaumen ist das alles immer sehr süß. Ich gönne mir noch eine frische Babyananas. Die Gattin hat allerdings etwas anderes im Sinn. Relativ am Anfang sind wir nämlich an einem herrlich duftenden Waffelstand vorbeigelaufen, den wir nun versuchen wiederzufinden. Nach gut einer viertel Stunde ist es geschafft und sie entscheidet sich zuerst für eine Peanut Butter Waffle, um dann Sekunden vor der Bestellung doch noch auf eine Chocolate Banana Waffle umzuschwenken.

Anders als auf dem deutschen Street Food Markt ist hier alles verhältnismäßig günstig. Fast alles kostet zwischen 30 Cent und einem Euro. Man kann also nach Herzenslust Schlemmen ohne dem Portemonnaie gegenüber ein schlechtes Gewissen zu bekommen.

Chiang Mai Night Market Waffles Chiang Mai Night Market Chocolate Banana Waffle

Damit ging unser erster Tag in Chiang Mai zu Ende und wir fallen völlig erschöpft ins Bett wo wir in den folgenden 13 Stunden erst einmal den fehlenden Schlaf der langen Reise nachgeholt haben.

6 Kommentare

  • Julia sagt:

    Ich möchte da jetzt auch sein bitte! Dieser Post entfacht ja wohl akutes und extremes Fernweh… ich hoffe auf mehr ^^
    LG und schönen Urlaub!
    Julia

  • Mateus sagt:

    Bei so viel ‚Andrang‘ und landestypischen Geschmacksrichtungen wie Chocolate Brownie fragt man sich doch schon ein wenig, wie ‚authentisch‘ diese Touristenorte sein können.

    Gerade in solchen extremen Fremdkulturen (Sprache unverständlich/Schrift anders) ist es doch sehr schwer abseits der auf Besucher ausgerichteten Pfade echt Landestypisches zu entdecken.
    (Dennoch bin ich natürlich neidisch und auf Reiseberichte gespannt)

    • Jens sagt:

      Hi Mateus,
      der Waffelstand war genau wie der Markt selber eigentlich ziemlich voll mit Thais. Es ist aber natürlich auch klar, dass so ein Event ziemlich viele Touristen anzieht. Dennoch ist das Ganze ziemlich authentisch und kein typischer Touri-Markt. (Siehe auch Felix Ergänzung dazu im unteren Kommentar)

  • FEL!X sagt:

    Nebst der «fetten Wurst» (= sai ua) unbedingt auch probieren: Khep muu mit Nam phrik num!
    Ich fahre ab und zu nach Chiang Mai, immer wieder gerne.
    Der beschriebene Markt ist sehr authentisch, Waffeln sind übrigens in ganz Thailand sehr beliebt (Mateus: wo steht denn hier etwas von Brownies?).
    Tipp: Ban Tawai, das ist ausserhalb der Stadt, wo alle Kunsthandwerker zu finden sind und all die wunderschönen Asien-Accessoires herstellen. Ebenfalls vertreten sind dort Transportunternehmen, die alles, was man gekauft hat (grösseres wird beim Hersteller abgeholt) perfekt verpackt und nach Europa verschickt (Seeweg wählen, nicht teuer).
    Weiterhin viel Spass (= sanuk) in Thailand,
    FEL!X

    • Jens sagt:

      Hi Felix,
      danke für den Tipp. Den Ban Tawai schaue ich mir mal genauer an. Vielleicht finden wir noch ein paar freie Stündchen wo wir den Markt unterbringen können!

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