Istanbul: Stadt der tausend kulinarischen Entdeckungen

Das Wetter hier in Norddeutschland ist, wie vermutlich im Rest des Landes auch, extrem bescheiden. Kurz vor Ostern schneit es im ganzen Land und die Temperaturen fallen teilweise noch auf 2-stellige Minusgrade. Um nicht völlig in der Depression zu versinken, sind meine Freundin und ich für ein paar Tage nach Istanbul, einen alten Freund besuchen, geflohen. Vor Ort erwarteten uns 10-15° und 10 Stunden Sonne am Tag. Es ist immer wieder erstaunlich, wie sich das Wetter ändern kann obwohl man keine 3 Stunden geflogen ist.

Vor knapp 2 Jahren war ich bereits schon einmal in Istanbul und auch beim 2. Besuch war es beeindruckend, schön und mit viel Essen verbunden.
Egal ob man sich auf der asiatischen Seite oder der europäischen befindet, überall wird man mit Reizen überflutet. Jedes Essen, jeder Gegenstand oder jede Dienstleistung wird nicht nur einmal angeboten sondern gefühlte 100 mal auf 100m Gehweg-Strecke. Dazwischen tummeln sich 100te von Menschen, für die diese Situationen Alltag sind. Für meine Freundin und mich (trotz 2. Besuch) ungewohnt und teilweise gefährlich.

Die Hupe ist das eindeutig meist benutzte Teil eines Autos in Istanbul. Anstatt zu Bremsen wird gehupt und wer nicht rechtzeitig aus dem Weg springt, muss zusehen wo er bleibt. Ampeln, Straßenmarkierungen usw. gibt es zwar, werden aber konsequent von der gesamten Bevölkerung ignoriert. Dafür passiert wiederum recht wenig.

Am besten erkundet man Istanbul zu Fuss. Solange man sich auf den Fusswegen befindet ist es kein Problem und bei Straßenüberquerungen muss man einfach nur ein bisschen aufpassen. Autofahren würde ich jedoch keinem empfehlen.

Bei sonnigen 10° verließen wir vormittags gegen 11 Uhr die Wohnung unseres Freundes und machten uns mit Bus, Fähre und Straßenbahn auf den Weg von Asien nach Europa. Innerhalb von 20-25 Minuten war die Kontinentüberquerung geschafft. Der Ausblick ist einfach nur gigantisch.

Istanbul

Wenn man so wie ich ständig ans Essen denkt, weiß man gar nicht wo man anfangen und wo man aufhören soll. Für 4-6 Euro bekommt man an fast jeder Ecke frisches und leckeres Essen. Hauptsächlich Fleisch mit Salat als Beilage / Zugabe.

Natürlich durfte ein Besuch auf dem Gewürzbasar nicht fehlen. Der Markt ist realtiv klein aber man findet dort vieles, was man so noch nie gesehen hat. Ich jedenfalls konnte mir bei vielen Sachen nicht vorstellen, wofür es verwendet wird.

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Natürlich kam das Essen bei mir nicht zu kurz. 2 warme Mahlzeiten am Tag waren Pflicht. Dafür war es einfach zu lecker und zu günstig. Zwischendurch füllten wir unsere Mägen mit lauter kleinen Köstlichkeiten wie z.B. Baklava oder anderen türkischen Spezialitäten.
Bei der dortigen angebotenen Vielfalt fällt es einem garnicht so leicht sich zu entscheiden. Hier mal ein paar Eindrücke, wie es in (gefühlt) jedem 2. Schaufenster aussah.

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Für wenig Geld kann man sich abends in einem der unzähligen Restaurants niederlassen und wirklich frisches, gutes Essen genießen. Besonders emfehlenswert ist das Ciya auf der asiatischen Seite von Istanbul in dem Stadtteil Kadiköy. Dort bekommt man viele türkische Spezialitäten wie Köfke, Lamacun, türkische Salate, Linsensuppen usw. Wirklich ein sehr gutes und leckeres Angebot. Mit ca. 20-25 Euro / Person wird man mehr als satt und stillt seinen Durst.

Ebenfalls empfehlenswert ist das Hamsi (benannt nach einem türkischem Fisch?), welches nur wenige Meter vom Ciya entfernt liegt. Hier spricht der Besitzer sogar etwas Deutsch, und man wird mit frischen Fischspezialitäten (aber auch Fleisch usw.) umworben. Besondern gut gefiel mir, dass man uns ein Tablett zeigte, auf dem alle Vorspeisen als Vorzeigeteller in kleinen Schüsseln präsentiert wurden. Jedes „was ist das?“ (wir hatten türkischsprechende Begleitungen dabei) wurde geduldig und nett erklärt. Wirklich ein toller Service. Hier konnten wir ebenfalls für 25-30 Euro p.P. unsere Mägen bis zum Anschlag mit frischem Fisch und Fleisch füllen.

Für den kleinen Hunger zwischendurch gibt es noch etwas leckeres. Der genaue Name ist mir leider entfallen aber es sind gedämpfte mit Hack gefüllte Hamburger. Optisch sehen sie aus, als ob sie bei den bekannten Fast Food Ketten seit Tagen vergessen worden. Geschmacklich sind sie aber einfach nur fantastisch und schmecken wunderbar nach Tomate, Hack und Knoblauch. Mit 2,5 Lira (umgerechnet etwas mehr als 1 Euro) auch absolut günstig.

istanbulburger

Istanbul ist immer eine Reise wert, vorallem wenn man kulinarisch einmal etwas anderes erleben möchte als das, was man sonst so kennt. Kein Vergleich mit Döner und Co. den man hier in Deutschland serviert bekommt. Die hier gezeigten Bilder und Sätze zeigen nur einen kleinen Eindruck von Istanbul der euch hoffentlich Lust auf mehr macht. Wir werden Istanbul jedenfalls nicht zum letzten Mal besucht haben.

Um einmal einen kleinen Eindruck zu bekommen wie gigantisch diese Stadt ist, hier noch ein paar Panoramaaufnahmen von Istanbul (die bei weitem nicht komplett Istanbul zeigen). Für die komplette Ansicht, auf das Bild klicken.

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