Ausflug nach Marrakesch – Hähnchen-Fenchel-Tagine

Die Tagine (oder Tajine) ist in der nordafrikanischen Küche das wohl meistgenutzte Küchengerät. Es handelt sich um einen meist aus Lehm gefertigten Kochtopf für Schmorgerichte. Ein tiefer Teller mit einem schweren Spitzen Deckel in dem sich der Wasserdampf beim garen sammelt, kondensiert und wieder hinabläuft. Bei nicht all zu starker Hitze wird so das entsprechende Gericht besonders schonend zubereitet. In der Regel stellt man die Tagine in ein Holzfeuer oder vergräbt sie halb in heisse Asche.

Da das in der heimischen Küche aber sämtliche Feuermelder auslösen würde, habe ich auf meinen Herd und einen Le Creuset Topf zurück greifen müssen. Dort wanderten Hühnchen, Gewürze, Gemüse und etwas Flüssigkeit hinein und schmorte für gut 1,5 Stunden in aller Seelenruhe vor sich hin. Das Ergebnis war sagenhaft. Beim Versuch eine Hähnchenkeule am Knochen aus dem Topf zu ziehen, hatte ich doch glatt nur noch den Knochen in der Hand. Das Fleisch war so wunderbar zart und saftig, dass es sich, ohne auch nur den Hauch eines Rückstandes zu hinterlassen,  wie von selbst vom Knochen löste. Dazu leckerer Fenchel, Cous Cous und etwa Joghurt. Einfach perfekt!

Es hat sich einfach angefühlt wie ein kleiner Ausflug nach Marrakesch. In Gedanken bin ich dort nämlich über den gigantischen Markt geschlendert, während ich eigentlich im heimischen Supermarkt durch die Regale getrottet bin. Zum Glück konnte ich mein fernweh mit diesem Gericht ein wenig mildern. Wem es genau so geht sollte diese Tagine auf jeden Fall mal ausprobieren. Dadurch, dass man alles nur in einen Topf schmeisst und dann für 90 Minuten vor sich hinköcheln lässt, ist es kinderleicht und von jedermann zu bewältigen.

Zutaten (für 2-3 Personen):

  • 4 Hähnchenkeulen
  • Olivenöl
  • 1 EL gemahlen Koriandersamen
  • 1 TL Kreuzkümmel
  • 1 EL Ingwerpulver
  • Salz und Pfeffer
  • 2 Fenchelknollen
  • 2 Knoblauchzehen
  • 2 große Zwiebeln
  • 1 Bio Zitrone
  • 1 Messerspitze Safran (optional)
  • ca. 400ml Brühe
  • Instant Cous Cous
  • 3 Stengel Minze (Alternativ glatte Petersilie)
  • 300g Joghurt
  • 2 Spritzer Siracha (Chili Sauce)

Zubereitung:

#1: Hähnchenkeulen von der Haut befreien. Mit Koriander, Kreuzkümmel, Ingwer, Salz, Pfeffer und ein paar Spritzern Olivenöl einreiben und die Gewürze einmassieren. Optimalerweise einige Stunden oder über Nacht marinieren lassen.

#2: Fenchelknolle von den oberen Stielen befreien. Diese Beiseite legen, da man das Kraut später noch verwenden kann. Die Knolle achteln. Zwiebeln in grobe Stücke zerteilen und den Knoblauch in dünne Scheiben schneiden.

#3: Etwas Olivenöl im topf erhitzen und das Hähnchen darin anbraten. Sobald es etwas Farbe genommen hat den Fenchel, Knoblauch und Zwiebelstücke hinzufügen und kurz mitbraten. Die Schale der Zitrone abreiben und die Schale mitsamt dem Saft einer halben Zitrone ebenfalls in den Topf geben. Mit Brühe ablöschen und den Safran hinzufügen.

#4: Kurz aufkochen lassen. Danach die Hitze stark reduzieren und zugedeckt 1,5 Stunden sanft köcheln lassen.

#5: Nach 90 Minuten den Cous Cous in eine Schüssel geben, mit ausreichend heisser Brühe aus dem Topf übergießen und quellen lassen (Bei meinem Cous Cous waren das 2 Teile Cous Cous und 3 Teile Brühe). Die Minze fein hacken und unter den Cous Cous heben.

#6: Fenchelkraut von den Stielen zupfen und fein hacken. Zusammen mit Joghurt, dem Saft einer halben Zitrone, Salz und Pfeffer verrühren. Danach Siracha nach belieben hinzufügen und nur leicht unterheben, sodass eine leichte Marmorierung entsteht.

#7: Fleisch und Gemüse auf dem Cous Cous anrichten und etwas Joghurt dazu geben.


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